Visual Klinik Ingelheim

Historie des Krankenhause Ingelheim

Die Wurzeln des Krankenhauses gehen zurück auf den Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals war das Ingelheimer Krankenhaus ein einstöckiges Wohnhaus mit einem Garten.Im Jahre 1858 wurde das spätere Hospital Ludwigstift als Kranken- und Pfründnerhaus für die Gemeinde Nieder-Ingelheim erworben. Zur damaligen Zeit betrug das Hospitalvermögen 20.000 Gulden. Für eine kleine Gemeinde, wie es damals Nieder-Ingelheim war, bedeutete es sehr viel, ein solches Haus zu besitzen und zu betreiben. Es konnte sich im Vergleich mit anderen Krankenhäusern durchaus sehen lassen und war auch gut ausgestattet.Im Laufe der Jahre hat es sich dann zu einer Armen- und Krankenherberge und zu einem Pfründnerheim gewandelt. Dies dauerte einige Zeit, bis im Jahre 1909 die Hospitalkommission im Einverständnis mit dem Gemeinderat Nieder-Ingelheim und dem zuständigen Herzoglichen Kreisamt einen Beschluss gefasst hat, diesen Zustand zu beenden und das Ludwigstift in ein der damaligen Zeit entsprechendes modernes Krankenhaus umzugestalten.

Unter Mitwirkung tatkräftiger Ingelheimer Bürger entstand ein Haus, das den Anforderungen moderner Krankenhausfürsorge entsprach. Das Haus hatte 23 Betten, eine Zentralheizung, Personenaufzug, Bade- sowie WC-Einrichtungen und war mit mustergültig eingerichteten Operations- und Röntgenräumen sowie freundlichen Krankenzimmern ausgestattet.Im 1.Weltkrieg wurde das Haus ein Reservelazarett und die Bettenzahl für Verwundete und Kranke erheblich erweitert. Zur Betreuung und Versorgung der Soldaten kamen Schwestern von der Diakonie. Als im Jahre 1924 ein tüchtiger Chirurg verpflichtet werden konnte, bekam das Haus großes Ansehen und war geschätzt. Schon in den 30er Jahren trug man sich mit dem Gedanken, einen Neubau zu erstellen, weil der Zuspruch groß war und die Bettenzahl nicht ausreichte. Die damaligen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse ließen die Verwirklichung eines solchen Projektes jedoch nicht zu.Im Jahre 1939 wurde Ingelheim dann zur Stadt und bekam ein neues Krankenhaus durch den Erwerb und Ausbau des ehemaligen Waisenhauses „Kricken’sche Stiftung“ (heutiger Standort).

Nach Zusammenlegung der drei Ortsteile Nieder-Ingelheim, Ober-Ingelheim und Frei-Weinheim erhielt das Krankenhaus die Bezeichnung „Städtisches Krankenhaus Ingelheim am Rhein“. Wenige Monate nach Inbetriebnahme kam der 2.Weltkrieg und brachte für das neue Haus Veränderungen und große Belastungen. Zwei Drittel des Hauses wurden in ein Lazarett umfunktioniert, dem die Volksschule Ingelheim Mitte mit 180 Betten angegliedert wurde.Die Kriegsjahre brachten eine schwere Zeit. Die Arbeit wurde unter laufenden Fliegeralarmen eine schwere Belastungsprobe und ging für Ärzte und Schwestern oft bis an den Rand der Erschöpfung. Das Haus wurde glücklicherweise vor ernsteren Kriegsschäden bewahrt und hat das Kriegsende und die Besatzungszeit erträglich überstanden.Nach dem Kriege war das Haus vielen Hilfesuchenden, Patienten, Heimkehrern und Flüchtlingen ein Ort der Ruhe, Sauberkeit und Geborgenheit in der Not.

In den Jahren nach dem Krieg hat sich das Haus nach der Einrichtung von fachärztlich geleiteten Abteilungen als zu klein erwiesen. Für einen Erweiterungsbau mit zwei neuen Krankenstationen, neuem Wirtschaftsbereich (Küche) und Schwesternwohnbereich erfolgte im Frühjahr 1957 der erste Spatenstich. Bereits am 1.10.1957 konnte der Trakt in Betrieb genommen werden. Die Bettenzahl war damit um 45 erweitert.Im Jahr 1963 wurde mit dem Bau eines modernen Schwesternwohnheimes begonnen, das im Frühjahr 1965 von den Schwestern der Zehlendorfer Diakonie bezogen wurde. Es ist direkt mit dem Krankenhaus verbunden. Das damit im Erweiterungsbau frei gewordene Geschoss konnte dann 1966 als Kinderstation eingerichtet werden für Fälle der Fachgebiete Chirurgie, HNO und Pädiatrie. Im Jahr 1966 und in den folgenden Jahren wurden die Operationsräume modernisiert, die Asepsis verbessert, ein eigener unfallchirurgischer OP eingerichtet, ein eigener septischer OP sowie ein Gips-, Aufwach- und Notaufnahmeraum ausgebaut. Die diagnostische und therapeutische Einrichtung wurde durch wertvolle Anschaffungen erweitert und ergänzt (fahrbares und stationäres Röntgengerät mit Bildwandler und Fernseheinrichtung, Endoskopie, Echoenzephalographie, modernes Instrumentarium zur Knochenbruchbehandlung, Modernisierung in der physikalischen Therapie, im Labor und im Kreißsaal). Ferner wurden die apparativen Voraussetzungen geschaffen für Wiederbelebung und Intensivpflege.

Im Jahr 1989 übernahm der Hessische Diakonieverein die Trägerschaft des Krankenhauses von der Stadt Ingelheim. In drei Bauphasen (bis 2004) wurde das gesamte Krankenhaus weiter modernisiert und zum Teil neu gebaut. Der ursprüngliche Altbau wurde abgerissen und durch den 3. Bauabschnitt ersetzt. 2010 übernahm die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft die Stellung des Hauptgesellschafters neben der Förderstiftung Hessischer Diakonieverein, rechtsfähige kirchliche Stiftung des bürgerlichen Rechts.

Seit November 2017 befindet sich das Haus unter Trägerschaft der Universitätsmedizin Mainz und der Stadt Ingelheim.